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rebel Forumsuser

Alter: 52 Anmeldungsdatum: 13.08.2005 Beiträge: 1637

Wohnort: Bonn
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Verfasst am: 22.05.2007, 10:09 Titel: |
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Hi,
ich fang das Thema mal anders an.
Es steht wohl außer Zweifel, das Hunde sowohl eine körperliche als auch geistige Auslastung brauchen.
Meine Xena kommt aus einer Arbeitslinie und wenn wir aus welchen Gründen auch immer, mal nicht dazu kommen uns ausreichend mit ihr zu beschäftigen, wird sie unleidlich und unruhig.
Davon ausgehend sind gemeinsame Aktionen zwischen Mensch und Hund mehr ein MUSS als ein KANN.
Die Frage, die sich mir immer wieder stellt, ist die nach dem Sinn von Kampfrichtern (oder wie immer man die nennen mag) in diesem Zusammenhang.
Oder auch was ist für den Hund der Unterschied zwischen einem "Sitz" oder einem "perfekten Sitz"?
Xena bringt den Ball immer bis in die Hand zurück, Cadiz lässt den schon mal auf halben Weg fallen und kommt freudestrahlend ohne Ball zurückgewetzt. Hat der weniger Spaß, ist der schlechter als Xena?
Hat Xena weniger Spaß, weil kein Kampfrichter dabei ist? Brauchts andere Leute, die einem sagen, dass der Hund Spaß hat oder kann man da auch im stillen Kämmerlein alleine drauf kommen?
Wenn immer hier geschrieben wird, das ein Hund ein außerordentliches Grundgehorsam hat, brauchts nicht lange und das Wort "Kadavergehorsam" fällt. Obedience dagegen wird als Hundesportart bezeichnet.
Nicht erst seit "Star Treck" sollte man wissen, was es heißt, wenn einer vor einem steht und sagt: " YOU WILL OBEY!!"
Ich schieße seit langem Wettkämpfe mit dem Bogen. Ich habe Turniere gewonnen und noch mehr verloren, ich habe konstanten Schmerz in meinen Schultern, habe den Bogen in die Ecke geknallt, zerlegt und wieder zusammengebaut. Ich habe gesagt nie wieder und bin doch immer wieder angetreten...weil es mir Spaß macht!!! Weil es mein Körper und mein Geist ist den ich schinde und weil ich am Ende doch immer mehr herausbekomme als ich reinstecke.
Für meinen Hund würde ich diese Entscheidungen nicht treffen wollen.
Ich bin kein bedingungsloser Gegner von Sport mit Tieren, weil ich glaube, das auch sehr viel verantwortungsbewußte Menschen diesen ausüben, sehe aber die Gefahren, wenn am Ende nur noch das Ergebniss zählt.
Viele Grüße
Stephan |
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Cushie Forumsuser

Alter: 26 Anmeldungsdatum: 10.04.2007 Beiträge: 195

Wohnort: Ottobrunn
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Verfasst am: 22.05.2007, 10:40 Titel: |
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ich finde ja, etwas ehrgeiz sollte allein schon zum schutz des hundes da sein. für mich äußert sich das so:
- möglichst gute ernährung und nicht "ach, mein hund ist mit pedigree 12 geworden"
- möglichst gute alltagserziehung, so dass ich meinen hund auch mal ohne gefahr ableinen kann
- gewöhnung an unterschiedlichste situationen, so dass er es irgendwann auch völlig normal findet, mit mir in einer vollen u-bahn zu sein oder im restaurant unterm tisch
DAS ist mir wichtig. denn nur ein erzogener hund ist ein freier hund.
zum sport: ja, da kann der ehrgeiz ganz gewaltig nach hinten losgehen. ich komm ja aus dem reitsport und hab mich schon als kind vom turniersport abgewendet, denn da geht es teilweise extrem grausam zu (vergleichbar mit den "alten schäferhundvereinen").
auf turnieren war ich mit meinem pferd dann irgendwann trotzdem. nachdem das hysterische gefährliche nervenbündel zum kindertüddelpferdchen werden konnte. allerdings mit der begründung, dass mein pferd so viel wie möglich kennen lernen soll, damit wir im ernstfall ohne gefährdung alles überstehen können (im notfall durch die stadt und über große straßen, etc).
genauso würde ich es auch bei luna handhaben. mal zum spaß auf turniere, mit dem ehrgeiz, das zu zeigen, was wir können. aber eben nicht mehr. die anerkennund von richtern, die teilweise tierschutzwidrig richten, ist mir nicht wichtig. mir ist es wichtig, dass ich mich über meinen hund freuen kann und ich stolz auf unsere gemeinsame leistung bin.
für turniersport fehlt mir wohl wieder der ehrgeiz an anderer stelle. mir ist es einfach nicht wichtig, bestätigt zu bekommen, wie gut ich bin. klar, das macht mir spaß und mich freut es sehr, aber das allein ist mir den streß nicht wert, jedes wochenende unterwegs zu sein.  |
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Silkies Gast

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Verfasst am: 22.05.2007, 11:07 Titel: |
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Jetzt kaue ich die ganze Zeit auf dem Stichwort Obedience/obey herum, und ich denke, da sind wir bei einem weiteren sehr interessant Aspekt des Ehrgeizes: Um wen geht es mir, um mich, um meinen Hund, oder um uns beide??
Ich war zum Beispiel immer ein Gegner des Obedience als Hundesport, eben wegen dieser Gewichtung auf Gehorsam. Dann kamen wir mehr per Zufall wieder auf den Hundeplatz (eigentlich war ich nur Begleitung für eine Freundin mit Ersthund, die eine Welpengruppe gesucht hat), als dort die Agigruppe trainiert hat. Meine beiden waren sofort absolut aufgeregt, na gut, einmal mitmachen, warum nicht - und es passierte etwas erstaunliches. Während Kaya völlig in ihrem Element war (und sofort zu der "Turniergruppe" versetzt wurde, nach über 6 Jahren Pause), sah Glenny das alles etwas anders. Ob es nun an seinem Alter liegt (knapp 9 1/2) oder daran, dass er für seine Rasse sehr schwer gebaut ist - er wollte jedenfalls nicht wirklich springen, obwohl er das früher geliebt hat; statt dessen reihte er sich völlig ungefragt bei Fuß ein, setzte sich wie der Blitz, sobald ich stehen blieb, himmelte nur nach oben, war die ganze Zeit am Wedeln wie verrückt, der ganze Hund strahlte nur. Davon abzubringen war er nicht, auf dem Hundeplatz wird gemeinsam was getan, das wusste er wohl noch von früher. Tja, und so bin ich als erklärter Obedience-Gegner mit ihm ausgerechnet beim Obedience gelandet. Ich finde es nach wie vor ziemlich dämlich, muss ich gestehen, aber Glenny freut sich wie Bolle. Die Götter allein wissen, was er daran findet, aber so ist es nun einmal.
Das ist für mich ein Aspekt, den man nicht unterschätzen sollte. Ich finde es schrecklich, wenn sich Menschen gezielt einen Hund für eine bestimmte Sportart kaufen und das dann auf Biegen und Brechen durchziehen: Das Sportgerät Hund hat zu funktionieren! Sicher, wenn man schon etwas tut, dann sollte man das auch gründlich machen und nicht so "irgendwie" herumhantieren, damit macht man oft mehr Schaden, als es wert ist. Aber auch hier gilt, der Weg sollte das Ziel sein, und wer den Spaß und die Freude am Training zurücksetzt zugunsten eines Prüfungsziels, der ist für meine Begriffe im Bereich des ungesunden Ehrgeizes. Ebenso wie der, der seine eigenen Vorstellungen von einer Beschäftigung mehr oder weniger rücksichtslos über die seines "Partners Hund" stellt. Dadurch wird der Hund dann nämlich erst vom Partner zum Sportgerät. Für mich bedeutet das: Und wenn ich einen Sport noch so toll finde, wenn mein Hund sich dafür nicht interessiert, dann machen wir das eben nicht (und wenn die Rasse noch so sehr als dafür geeignet angepriesen wird!). Und wenn mein Hund nun mal sein Glück in der Unterordnungsarbeit findet (schreckliches Wort übrigens!), dann machen wir das halt. Sein freudestrahlender Gesichtsausdruck ist es mir einfach Wert! |
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Chaki Forumsuser

Anmeldungsdatum: 01.05.2007 Beiträge: 57

Wohnort: Kreis Heinsberg
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Verfasst am: 22.05.2007, 20:04 Titel: |
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| Zitat: |
Das Problem ist nicht der Ehrgeiz - nur sein Ziel.
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Treffender hätte ich meine Einstellung nicht ausdrücken können.
Nein, ich habe keinen Ehrgeiz wenn es darum geht, für was auch immer Pokale zu gewinnen oder Leistungsnachweise zu erbringen. Ist halt nicht mein Ding. Wem es Spaß macht - toll.
Ja, ich habe ganz viel Ehrgeiz wenn es darum geht, meine Vierbeiner zu familientauglichen, sozialverträglichen Hunden zu erziehen. Ohne den Ehrgeiz meinem ängstlichen Laborbeagle zu einem stressfreien, schönen Beagleleben zu verhelfen, säße er heute noch in der Wohnzimmerecke, in die er sich die ersten drei Monate nach seinem Einzug verkrochen hat. Neben viel Liebe und Geduld gehört schon eine große Portion Ehrgeiz dazu, nach jedem Rückschlag nie das Ziel aus den Augen zu verlieren und immer wieder von vorn anzufangen.
Irgend etwas erreichen will doch jeder. Wenn es schwierig ist handele ich häufig nach dem Motto der Weg ist das Ziel, aber ohne Ehrgeiz bleibt man irgendwann mitten auf dem Weg stehen.
Man könnte es auch Durchhaltevermögen nennen, dieser Begriff ist meist eher positiv besetzt. _________________ Liebe Grüße
Inge, Charly & Kimi |
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